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Verbands-Info

Australian Open: Fischer und Oswald behaupten sich zum Auftakt des ersten Grand Slam des Jahres mit Siegen!

Mit zwei Siegen konnten sich die beiden Vorarlberger Tennis-Profis Martin Fischer und Philipp Oswald heute in der ersten Runde der Quali zu den Australian Open in Melbourne in Szene setzen. Eine Premiere.

Noch nie hatten sich gleich zwei Ländle-Cracks in einem Jahr gleichzeitig für die zweite Quali-Runde in einem Grand Slam-Turnier qualifizieren können.

Kein Genuss für Live-Ticker-Geniesser mit schwachen Nerven war der Auftritt von Martin Fischer im zehn Stunden Zeit verschobenen Olympiaustragungsort von 1956 (das Olympiastadion - heute genannt das MCG/Melbourne Cricket Ground). Nach schwachem Start des zuletzt herausragenden Gegners Julian Reister, rund 15 ATP-Single-Plätze vor Fisch platziert (5:0-Führung des Wolfurters im ersten Satz), und einem 6:2, 4:2, 40:0-Zwischenstand schienen die Tore sperrweit für Fischers zweiten Sieg in Grand-Slam-Down-under (nach 2008 gegen den Argentinier Marcaccio) geöffnet. Reister, an und für sich mit viel Selbstvertrauen nach zwei Siegen und einer Hauchdünn-Niederlage gegen Florent Serra in Brisbane ausgestattet, mühte sich mehr schlecht als recht in die Partie zurück.

Im zweiten Satz schienen dann die Lichter Reisters Richtung Nacht-, Sonnen- und Mondfinsternis zusammen zu marschieren, ehe der Jungprofi des deutschen Zweitligisten TC Hartenholm (Schleswig-Holstein) sich wieder auf die Reihe brachte. Das oben erwähnte 0:40 brachte Fisch nicht ins Trockene. Im Gegenteil, von da an war der Wurm im Spiel des seit Tagen von einer Bauchmuskelzerrung gehandicapten Vorarlbergers. Prompt ging es ins Tie-break, wo der Deutsche von Anfang und bis zum Ende die Sache in der Hand hatte.

Nicht erbaulich auch der Start in den dritten Satz. Reister, der alle drei Duelle bisher (zu Juniorenzeiten, 2006 und 2009) gewinnen konnte, führte bald 3:1. Eine Änderung der Taktik wirkte dann wie ein Wunder auf die Spielstand-Entwicklung: Fischer spielte ruhiger und ließ den Kontrahenten die Dinge machen. Und dieser machte - zunehmend wieder Fehler.

 Nach 134 Minuten ging der Ösi gegen den Deutschen bei den Aussies als Dreisatzsieger vom Court. Fischer erzielte ingesamt 103 Punkte, Reiser 92.

Sehr zum Wohle des Ländle-Cracks, der jetzt übrigens erst am Freitag an die Arbeit muss. Bis dahin wird an der Bauchmuskel-Verletzung, ev. auch mit Hilfe eines Arztes gearbeitet.Gegner in Runde zwei ist ein Spieler,der zuletzt mehr auf der Dopingebene für Schlagzeilen sorgte: Xavier Malisse. Er ist in der Quali auf eins gesetzt, besiegte zum Auftakt den Russen Kuznetsov mit 6:2, 7:6. Der 185 cm große in Florida wohnhafte 29-Jährige ist seit elf Jahren Profi und spiele schon acht Mal die Aussi Open im Melbourne Park (früher Flinders Park). Sein bestes Ergebnis am Yarra River war der Einzug in die dritte Runde des Hauptbewerbs von 2003. Im Jahr 2007 bezwang er Nadal, drei Jahre zuvor imerhin James Blake. Sein bestes Karriere-Ranking war die 19! Neben den bisher 3,6 Mio. US-Dollar Preisgeld hat er auch einen schlechten Ruf am Hals: Die ITF verdonnerte ihn 2009 zu einer einjährigen Dopingsperre (Verpassen von Dopingkontrollen), hebte die Sperre aber wegen Verfahrensfehler wieder auf....

Schneller wieder in den Einsatz kommt Philipp Oswald, der bei seinem ersten Grand Slam-Einsatz bei den Herren (!) schon den ersten Sieg feiern konnte. Gegen die Nummer 167 der Welt, den US-Amerikaner Brendan Evans, hatte Pipo einen ebenfalls langen Fight: Erst nach drei Sätzen, 31 Games und 118 Minuten ging der Montfortstädter Hüne als 4:6, 6:3, 7:5-Sieger vom Platz. Oswald ist nicht nur an Zentimetern einiges größer, sondern münzte diesen Vorteil auch in den Sieg beim Assenvergleich um: 9:2 für rot-weiß-rot. Evans unterlag im Jahr 2009 in Baton Rouge (USA) bei einem Challenger Pipos Kumpel Fischer mit 6:1, 4:6, 3:6. Oswald hatte vor sechs Jahren in einem Juniorenmatch den Kürzeren gezogen.

Im für die Jahreszeit relativ kühlen Melbourne hatte Oswald eine guten Start, bis dann die Konzentration infolge des Mätzchengehabes des US-Boys Sand in des Pipos Getriebe brachten. Mit 4:6 ging der erste Satz verloren.

Oswald wurde dann offensiver und erfolgreicher. Nach harten Fights in einigen entscheidenden Games ging der 23-jährige Rechtshänder als verdienter Sieger vom Platz. Oswald, der kommende Woche seinen 24. Geburtstag feiern wird, bekommt es nun mit dem jungen Australier John Millmann zu tun. 

Millman ist 20 Jahre jung und zwar nur die Nummer 308 auf der Tour, zeigte zuletzt aber ordentlich auf (Future-Turniersieg im November in Australien).

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