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Verbands-Info

Fischers Durchbruch in Wimbledon: 6:4, 6:3, 6:1-Kantersieg gegen Japaner Go Soeda, nun gegen Brasilianer Bellucci

Den ersten Grand Slam-Sieg seiner Karriere feierte heute der 23-jährige Martin Fischer bei den mit 20,3 Mio. US-Dollar-Rekordpreisgeld dotierten All England Championships in Wimbledon: Fischer besiegte den 25-jährigen Japaner Go Soeda aus Kanagawa in der ersten Runde mit 6:4, 6:3, 6:1 auch noch alles andere als knapp.

 In den 116 Minuten Spielzeit steigerte sich der Wolfurter von Game zu Game. Nach verhaltenem Start auf beiden Seiten nützte Fischer sein starkes Returnspiel (bei 5:4-Führung) zum Break und zur 1:0-Setführung. Martin Fischer Im Bild unmittelbar nach dem verwerteten Matchball): „Mit der Führung im Rücken habe ich das Spiel in die Hand nehmen können und es richtig genossen.“ Ein frühes Break im zweiten Durchgang brachte eine 3:0- und 4:1-Führung.

Soeda kam in dieser Phase vor rund 600 Zuschauern auf dem knallvollen Court 16 an der Church Road nochmals an Fischer heran. Ein Break auf 5:3 brach dem „alten Bekannten“– die beiden duellierten sich 2009 beim Challenger in Japan, Sieger auch damals Fischer – das Genick.

300 japanische Fans am Court

In dieser Phase mussten auch die äußerst fairen japanischen Fans (rund 300 waren am Court) die Überlegenheit des Ländle-Cracks anerkennen. Das japanische Fernsehen und andere Stationen übertrugen dabei unter anderem zwei unglaubliche Rückhand-Cross-Passierbälle, welche mit tosendem Applaus goutiert wurden. Fischer: „Ich hatte schon am Morgen ein gutes Gefühl. Die Nervosität beim Einlaufen auf der Anlage und dann am Platz habe ich mit Fortdauer gut weggesteckt. Das Umschalten ging auch immer besser.“ Nach der 6:4, 6:3-Führung schwand zusehends die Hoffnung Soedas, der Nummer 124 des ATP-Rankings. Soeda wirkte ratlos ob der spielerischen und taktischen Überlegenheit eines brillant aufgelegten Fischers. Der Schlüssel zum Erfolg lag heute erneut im unglaublichen starken Returnspiel Fischers.

Soeda stand bei eigenem Service dauernd unter Druck. Fischer spielte gekonnt auch aus der Defensive, passierte ein ums andere Mal gefinkelt, rückte selber immer wieder ans Netz vor (17 von 22 Netzangriffen waren erfolgreich) und zermürbte so seinen Gegner.

Fischers Erfolg mit vielen taktischen Varianten

Beeindruckend auch das variantenreiche Spiel der Nummer 164 der Welt. Fischer gab zu jeder Zeit das Tempo vor. Gerade schnelle Bälle, Winkel, flache, kurze Slice – Fischer zauberte ein taktisches Feuerwerk auf den Rasen im Tennismekka. Soeda war der Gejagte. Fischer der Jäger, der auch seine Aufschlagspiele (drei Asse, bei nur zwei Doppelfehler und einer Percentage von 61 %), munter vorne wegspielte und heimbrachte! Nach dem souveränen dritten Satz (6:1) musste Fischer so viele Autogramme schreiben wie wohl noch nie.

Nach Auslaufen am Ergometer und Massieren lief schon die Vorbereitung auf Runde zwei, in der nun der auf 25 gesetzte Brasilianer Thomaz Bellucci (wohl am Donnerstag) auf dem Programm steht. Fischer über den 22-jährigen Shooting-Star der Saison 2009 (mit Sieg in Gstaad auf Sand): „ Er ist ein starker Linkshänder mit mächtigem Aufschlag. Ein Linkshänder, die lagen mir zuletzt nicht so sehr.“

Aber die Chancen auf einen weiteren Sieg sind auch gegen einen Gesetzten vorhanden: „Rasen ist sicher nicht sein bester Belag. Und letztes Jahr in Italien habe ich auf Hartplatz gegen ihn gewinnen können. Wer weiß, was drinnen ist…“

Gelohnt hat sich nach vielen Jahren harter Arbeit die Sache verdientermaßen auch einmal für Martin: Neben 70 Punkten für die Weltrangliste bekommt Fischer schon fix € 22.600,- aus dem Gesamttopf von € 16,5 Mio. Mit dem heutigen Sieg könnte das vom Deutschen Jogi Kretz betreute Mitglied des österreichischen Daviscupteams rund 20 Plätze im ATP-Ranking gut machen und auf etwa 145 landen.

 

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