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Halbfinal-Hit zwischen dem topgesetzten David Ferrer und „Wundertüte“ Gael Monfils

Der als Nummer eins gesetzte Spanier David Ferrer ist in souveräner Manier in das Semifinale der mit 2,324 Millionen Euro dotierten Erste Bank Open 500 eingezogen.

Der Weltranglisten-Achte besiegte am Freitag in der ausverkauften Wiener Stadthalle den Italiener Fabio Fognini (ATP-Rang 22), die Nummer acht des Turniers, in 74 Minuten mit 6:4, 6:2. Dabei erwischte Fognini den besseren Start und lag mit einem Break rasch mit 3:1 voran.

Doch dann kam Ferrer so richtig auf Touren und durchbrach im weiteren Verlauf des ersten Satzes gleich zweimal den Aufschlag seines Gegners. Auch im zweiten Durchgang war der Wien-Finalist des Vorjahres der dominierende Mann auf dem Platz und sorgte mit zwei weiteren Breaks für klare Verhältnisse.

 

„Ich weiß, dass Fabio ein sehr guter Spieler ist, der manchmal jedoch nicht konstant genug ist. Der erste Satz war sehr eng, da war er auch ein Break vorne. In dieser Phase musste ich um jeden Punkt kämpfen. Im zweiten Satz hat er dann ein wenig den Fokus verloren – da war ich dann da und habe meine Chancen genützt“, sagte Ferrer, der in diesem Jahr bereits vier Titel (Doha, Rio de Janeiro, Acapulco und Kuala Lumpur) gewonnen hat. Im Kampf um einen Platz im Endspiel bekommt es Ferrer mit der französischen „Tennis-Wundertüte“ Gael Monfils (ATP-21) zu tun, die beim 6:7 (3/7), 6:3, 6:3-Erfolg über den Tschechen Lukas Rosol (ATP-78) die Fans mit vielen spektakulären Schlägen und Show-Einlagen immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinriss.

Für Dominic Thiem war in der Auftaktrunde der mit 2,324 Millionen Euro dotierten Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle Endstation. Der 22-jährige Niederösterreicher...

...unterlag am Dienstag nach einer Spielzeit von exakt zwei Stunden dem Polen Jerzy Janowicz mit 6:2, 6:7 (5/7), 4:6. Dabei erwischte der Weltranglisten-19. einen perfekten Start. Thiem durchbrach den Aufschlag seines Gegners im ersten Durchgang gleich zweimal und holte sich Satz eins nach lediglich 26 Minuten.

 

Doch dann kam Janowicz, der in der Anfangsphase der Partie noch sehr fehlerhaft agiert hatte, immer besser ins Spiel. Thiem gab sein Service im zweiten Satz zum 2:4 ab, schaffte jedoch das Rebreak zum 4:5. Im Tiebreak hatte Janowicz mit 7:5 das bessere Ende für sich und stellte danach mit einem frühen Break zum 1:0 im Entscheidungssatz die Weichen auf Sieg. Der polnische Weltranglisten-65. ließ in weiterer Folge bei seinen Aufschlaggames nichts mehr anbrennen und verwertete den ersten Matchball zum Erfolg.

 

„Das war kein schlechtes Match. Im zweiten Satz ist die Partie auf des Messers Schneide gestanden, da hat es auch ein paar geile Punkte gegeben. Entscheidend war am Ende, dass mein Aufschlag im zweiten Satz nicht mehr so gut war wie im ersten und dass das erste Game im dritten Satz nicht gut von mir gespielt war“, analysierte Thiem, der jedoch keine Vergleiche zu seiner vorjährigen Erstrunden-Niederlage in Wien gegen den Niederländer Robin Haase ziehen wollte: „Klar bin ich extrem enttäuscht, aber die beiden Niederlagen kann man nicht vergleichen. Letztes Jahr war das eine schlechte Partie, das war heute nicht der Fall. Ich habe ein gutes Gefühl am Platz gehabt und auch bis zum Ende gekämpft, aber es hat nicht gereicht“, sagte Österreichs Nummer eins.

 

Der 2,03 Meter-Hüne Janowicz ist nicht der einzige Aufschlagriese im Achtelfinale der Erste Bank Open 500. Auch US-Boy John Isner (2,08 m) „hämmerte“ sich mit einem 7:6 (7/4), 7:6 (7/5) gegen den französischen Qualifikanten Kenny De Schepper eine Runde weiter. Der als Nummer sechs gesetzte Franzose Gael Monfils zog mit einem 6:7 (5/7), 6:3, 6:4 über den Brasilianer Thomaz Bellucci ebenfalls in die Runde der letzten 16 ein.

 

Am Mittwoch geht es ab 15.00 Uhr zwischen John Isner und dem Letten Ernests Gulbis bereits um einen Platz im Viertelfinale. Anschließend kommt es zum Kräftemessen der beiden Wien-Sieger Jo-Wilfried Tsonga (FRA/2011) und Tommy Haas (GER/2001 und 2013). Nicht vor 18.30 Uhr trifft der Niederösterreicher Andreas Haider-Maurer in seiner Erstrundenpartie auf den als Nummer zwei gesetzten Südafrikaner Kevin Anderson.

Aus Ländle Sicht ist nach dem Rücktritt von Martin Fischer und dem Start von Philipp Oswald in Moskau einzig der Harder Julian Knowle im Einsatz.

Er spielt mit der großen Doppel-Persönlichkeit Daniel Nestor in der ersten Runde gegen das auf vier gesetzte indisch-rumänische Doppel Bopanna/Mergea, und zwar heute Mittwoch.

Zum Auftakt des Hauptbewerbes der Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle sind am Montag gleich drei Österreicher im Einsatz! Den Anfang macht ab 13.00 Uhr Lucas Miedler, der sich heute in der zweiten und letzten Qualifikationsrunde gegen den deutschen Routinier Michael Berrer (ATP-Rang 108) überraschend klar mit 6:4, 6:4 durchgesetzt hat.

Der 19-jährige Niederösterreicher mit aktueller Weltranglisten-Position 525 bestreitet sein erstes Match auf ATP-World-Tour-Level gegen den Letten Ernests Gulbis (ATP-95). „Hier die Qualifikation geschafft zu haben, fühlt sich richtig gut an. Es ist überhaupt das beste Gefühl, das ich bisher als Tennisspieler gehabt habe. Ich bin sehr zufrieden mit meiner heutigen Leistung. Ich habe mich sehr gut präsentiert und verdient gewonnen“, strahlte Miedler.

Nicht vor 15.00 Uhr trifft der mit einer Wildcard ausgestattete Dennis Novak auf den erfahrenen Tschechen Radek Stepanek, der aufgrund von Rückenbeschwerden in der Weltrangliste aktuell auf Platz 256 zu finden ist und nur dank seines „Protected Rankings“ im Hauptfeld der mit 2,324 Millionen Euro dotierten Erste Bank Open 500 mit dabei ist.

„Es gibt sicher schlechtere Lose als Stepanek, aber ich werde auch gegen ihn meine beste Leistung bringen müssen, um eine Chance zu haben. Ich gehe dennoch zuversichtlich in diese Partie, immerhin habe ich heuer schon Top-100-Spieler geschlagen“, sagte der Weltranglisten-219. Novak.

Das dritte rot-weiß-rote Tennisass im Bunde, das am Montag versuchen wird, beim Heimturnier das Achtelfinale zu erreichen, ist Gerald Melzer (ATP-164). Der jüngere Bruder des zweifachen Wien-Champions Jürgen (2009, 2010), der heuer wegen einer Schulterverletzung passen musste, hat ebenfalls eine Wildcard erhalten und fordert den starken Tschechen Jiri Vesely (ATP-39) heraus, der zu Beginn der laufenden Saison in Auckland seinen ersten ATP-Titel errungen hat.

„Bei dem Raster hätte man es schlimmer erwischen können, aber leicht wird es natürlich nicht“, stellt sich Melzer auf eine harte Partie ein. Danach findet eine offizielle Eröffnungszeremonie auf dem Center Court statt, in deren Rahmen der Deutsche Tommy Haas in die „Hall of Fame“ aufgenommen wird und zudem die Topstars des diesjährigen Turniers präsentiert werden.

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