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Historischer Fünfsatz-Fight von Martin Fischer im Sandplatz-Mekka Roland Garros bleibt ohne Happy End

Court 16 im Pariser Tennisgelände von Roland Garros erlebte heute Nachmittag einen Thriller der Sonderklasse - vielleicht nicht für die ganz große Tenniswelt, aber doch für das Buch der heimischen Tennisgeschichte. 6:7, 7:6, 1:6, 4:6, 6:8 unterlag er in seinem ersten Grand Slam-Match der Nummer 44 der Weltrangliste, dem frischgebackenem Weltmeister Horacio Zeballos.

Die Dramaturgie dieses Matches in einem Webartikel hinüberzubringen oder zumindest nachzuvollzeichnen ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Fakt: Martin, ATP Nummer 190, lieferte eine unglaubliche Leistung. Ein Kaliber vom Schlage eines Zeballos bei einem auch für diesen bedeutenden Match so an den Rand einer Niederlage zu bringen, gebührt mehr als nur Respekt und Bewunderung.

Erster Satz nur knapp 6:8 im Tiebreak abgegeben

Schon der enge erste Satz ließ die "Fischermens Friends" an den Livertickern leicht nervös werden. Nach Break zurückzukehren und erst im Tiebreak knapp bei 6:8 den ersten Satz abzugeben war schon eine tolle Leistung des Mitglieds des Daviscupteams Österreichs.

Fisch gleicht mit Tiebreak-10:8 auf 1:1 aus

Durchgang zwei schien ein Spiegelbild von Satz eins zu werden. Beide Sätze gingen exakt 62 Minuten lange, beide entschieden sich im Tiebreak. Und auch bei der zweiten Tiebreak-Auflage schien nach diversen Minibreaks des Gauchos das Pendel des Sieges in Richtung Favorit auszuschlagen. Aber mit beharrlich starkem Spiel zog Fisch zum 1:1-Satzgleichstand

Dritter Satz im Eilzug 6:1 gewonnen

Sensationell dann die Fortsetzung des Matches: Der Wolfurter machte in den nächsten Minuten kurzen Prozess mit dem Linkshänder auf der anderen Platzseite und zog 5:0 in fulminanter Weise davon. Den Satz gewann er mit 6:1 in 36 Minuten.

  Insgeheim machte sich die Hoffnung nach der größten Sensation für das Ländle-Tennisjahr 2010 breit. Fischer und Zeballos hantelten sich in Augenhöhe zum High-Noon in Satz vier vor. Und plötzlich ging es ganz schnell. Bei 4:5 und Aufschlag  lag Fischer 0:30 zurück, der Satz wackelte. Ausgleich auf 30:30 und dann machte der Hauptstädter aus dem Maradona-Land den Laden zu und stellte auf 2:2 nach Sätzen.

Match mit Nadal in Griffweite, 4:3 und Break vorne im fünften Satz

Aber in keiner Phase des Matches hatte man des Gefühl, dass der 23-jährige Vorarlberger aufgab oder wegbrechen könnte. Mit Break vorne bei 4:3 im entscheidenden fünften Satz standen die Aktien für einen Zweitrundenantritt in einem der beiden großen Stadien mit Raphael Nadal ganz ausgezeichnet.Und dann einmal mehr ein zurückfightender Zeballos. Ausgleich auf 4:4, 5:4 für Zeballos. 5:5, 6:5 Zeballos, 6:6, 7:6 Zeballos und Aufschlag Fischer. Am Ticker und wohl auch für die Anhänger Fischers am Court 16 Atemstillstand. Zeballos stellt auf 40:0 für sich und hat drei Matchbälle zur Auswahl. Fisch wehrt einen, dann den zweiten und sogar den dritten ab. Hoffnung im Alemannen-Lager keimt auf.

Aber leider kann Zeballos den großen Fisch an Land ziehen und erstmals in seiner Karriere in Paris die zweite Runde erreichen (beim zweiten Antreten). Nach vier Stunden und fünf Minuten zerstörte Zeballos die Träume der Vorarlberger Tennisfans.
Die Quintessenz: Der Wolfurter Tennisspieler Martin Fischer entwickelt sich seit Jahren mit Einsatz und auch Rückschlägen immer weiter anch oben. Er hat gezeigt, dass nach oben noch einiges möglich ist.Dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Und dass das Ländle nach Knowle, Dopfer, Meusburger und Paszek bald einen dritten Spieler in den Top-100 der Weltrangliste haben kann.

 Euphorisch beschrieb die größte argentinische Zeitung, La Nacion, auf ihrer Website das Weiterkommen Zeballos aufgrund des Ausscheidens der beiden anderen hochdotierten Argentinier heute (Monaco und Schwank). Hier der Link.

Von einem "Match mit außerordentlicher Emotion und Hingabe von beiden Seiten" ist dabei die Rede.

Und auch bei "El Clarin" wird der Sieg von Zeballos ("Der einzige Argentinier, der lächeln kann") gefeiert.

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