Registrierkassenpflicht auch für Vereine – die wichtigsten Details

Die Registrierkassenpflicht wurde mit dem Beschluss der Steuerreform fixiert. Zeit für alle betroffenen Unternehmen, sich damit auseinanderzusetzen. Denn ab 1.1.2016 tritt die neue Pflicht in Kraft. Hier das wichtigste für betroffene Unternehmen auf einen Blick.

Wer braucht in Zukunft eine Registrierkasse?

 

Die genauen Voraussetzungen sind im § 131b BAO (Bundesabgabenordnung) geregelt.

 

Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr Unternehmen von der Registrierkassenpflicht betroffen ist prüfen Sie folgendes:

 

  • Erzielen Sie einen Jahresumsatz von mehr als 15.000 €?
  • Erzielen Sie Barumsätze von über 7.500 €?
    Achtung – wichtiges Detail: zu den Barumsätzen zählen auch Kreditkartenzahlungen und Bankomatzahlungen!

 

Wenn beide Kriterien erfüllt sind, benötigen Sie eine Registrierkasse.

 

Welche Registrierkasse benötige ich?

 

Dazu wird festgehalten, dass die Registrierkassen mit einer technischen Sicherheitslösung gegen Manipulationen geschützt sein müssen.
Aktueller Tipp: OrderCube bietet ab 1. September ein Kassensystem an, das über Smartphones, Tablets und Touchscreens bedient werden kann. 

 

Was kostet eine Registrierkasse?

 

Laut Auskunft des BMF (17.06.2015) kosten die billigsten Registrierkassen ca. 400,00 €.

 

Muss ich diese Kosten zur Gänze selbst tragen?

 

Um den Unternehmen die Anschaffung zu erleichtern, wird es eine Anschaffungsprämie geben:

 

  • 200,00 € pro Gerät, wenn das Gerät selbst auch als Server dienen muss bzw. noch kein Server notwendig ist.
  • 30,00 € pro Gerät, wenn bereits ein Serversystem vorhanden ist oder verwendet werden wird und einzelne Registrierkassen „dazugeschalten“ werden.

 

Die Kosten für die Registrierkassen können voraussichtlich sofort abgeschrieben werden, d.h. sie müssen nicht über eine Nutzungsdauer verteilt werden. Ob dies auf 2016 begrenzt wird oder immer so sein wird, steht noch in den Sternen.

 

Ab wann besteht die Registrierkassenpflicht?

 

Grundsätzlich ab 1.1.2016. Allerdings gibt es eine „Sicherheitslösung“, d.h. wenn aus technischen Gründen eine Umsetzung bis 1.1.2016 nicht möglich ist, dann ist die Frist der 1.1.2017.

 

Gibt es Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht?

 

Ja, es gibt folgende Ausnahmen:

 

  • Kalte-Hände-Regelung: Diese betrifft Umsätze an öffentlichen Orten. Diese bleiben auch weiterhin von der Registrierkassenpflicht ausgenommen. Allerdings nur bis zu einem Jahresnettoumsatz von 30.000 €.
  • Sonderregelung für mobile Dienstleister, die nicht unter die Kalte-Hände-Regelung fallen: diese dürfen einen handschriftlichen Beleg ausstellen. Die Paragondurchschrift muss später in die Registrierkasse eingegeben werden.
  • Kleine Vereinsfeste: diese sind von der Registrierkassenpflicht ausgenommen (z.B. vom Elternverein organisiertes Schulfest)
  • Der aktuelle Beschluss nimmt auch Automaten von der Registrierkassenpflicht aus, Details dazu werden noch in Verordnungen festgelegt.

 

Was passiert, wenn trotz Pflicht keine Registrierkasse angeschafft wird oder bei Manipulationen?

 

Derzeit ist in solchen Fällen von strafrechtlichen Sanktionen die Rede. Details dazu gibt es noch nicht.

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