Australian Open: Potapova verkauft sich gegen Sabalenka teuer
Zum sechsten Mal in ihrer Karriere hatte Anastasia Potapova die dritte Runde bei einem Grand Slam erreicht, zum ersten Mal als Österreicherin. Auf ihr zweites Achtelfinale auf dieser Ebene nach den French Open 2024 muss sie jedoch noch warten: Die 24-Jährige ist bei den Australian Open in Melbourne am Freitag ausgeschieden. Potapova (WTA 55) verkaufte sich dabei aber gegen die Nummer eins der Welt teuer, sie musste sich Aryna Sabalenka erst nach zwei Tiebreaks und 2:02-stündigem Fight knapp mit 6:7 (4), 6:7 (7) geschlagen geben. „Ich bin sehr glücklich mit meiner Performance“, sagte sie gegenüber ServusTV. „Das war das bisher engste Match, das ich gegen eine Nummer eins der Welt gespielt habe.“ Mit ihrem Level sei sie – trotz ihres Handicaps mit gebrochenem linkem Zeigefinger – sehr zufrieden gewesen. „Ich wollte da rausgehen und sehen, wie weit ich bin. Wie sich gezeigt hat, bin ich nicht so weit weg. Wenn ich Aryna in zwei Tiebreaks zwingen kann, kann ich den Rest der Tour auch fordern. Ich bin wirklich happy, wie die Woche gelaufen ist und wie ich mich verbessert habe“. Potapova nimmt 130 WTA-Zähler und 327.750 Australische Dollar an Preisgeld allein von ihren zwei Siegen im Single mit. Rot-weiß-rot ist nun in Down Under, nach der Zweitrundenniederlage von Julia Grabher vom Donnerstag, in den Erwachsenen-Einzelbewerben nicht mehr vertreten.
Potapova hatte zuvor noch mit einer spektakulären Aufholjagd nach 3:6,-1:5-Rückstand gegen die Niederländerin Suzanne Lamens und einem Sieg über Ex-US-Open-Gewinnerin Emma Raducanu (Großbritannien) für viel Aufsehen gesorgt. Und auch gegen Sabalenka zeigte sie sich von der besten Seite. Hatte sie gegen die vierfache Grand-Slam-Siegerin (Australian Open 2023 und 2024, US Open 2024 und 2025) in zwei vorherigen Duellen in Summe nur sieben Games und nie mehr als zwei in einem Satz verzeichnet, so verlangte sie dieser in der Rod Laver Arena diesmal alles ab. Potapova drehte einen anfänglichen 0:2-Rückstand ebenso wie ein 5:6 und 0:40 bei ihrem Aufschlag, ehe sie im Tiebreak das Nachsehen hatte. Im zweiten Durchgang kämpfte sie sich gar von einem 0:4 und einem 4:5-Breakrückstand zurück und machte in der Kurzentscheidung aus einem 0:2 ein 6:3. Die drei Satzbälle blieben aber ebenso ungenützt wie ein vierter Satzball bei 7:6, und im Anschluss verwertete Sabalenka doch ihren ersten Matchball.
Miedler im Doppel ausgeschieden
Auch im Doppel gab es an diesem Spieltag leider keinen siegreichen Start: Für Brisbane-Champion Lucas Miedler ist bei den Australian Open in Runde zwei etwas überraschend das Aus gekommen. Der Niederösterreicher verlor mit dem Portugiesen Francisco Cabral in der ANZ Arena gegen Adam Pavlásek (Tschechien) und den Linkshänder John-Patrick Smith aus dem Veranstalterland mit 4:6, 4:6. Die beiden kamen erst im letzten Game zu ihrer einzigen Breakchance der Partie, konnten das Ruder aber nicht mehr herumreißen. Potapova dahingegen konnte mit der Serbin Olga Danilović zum Zweitrundenspiel gegen die drittgereihten Su-Wei Hsieh (Taiwan) und Jelena Ostapenko (Lettland) nicht antreten – und trotzdem ist Rot-weiß-rot in den Doppelkonkurrenzen noch vertreten. Nämlich bei den Herren durch Neil Oberleitner und Alexander Erler, die am Samstag beide jeweils um den Einzug ins Achtelfinale spielen. Es eröffnet der letztgenannte Tiroler, der mit Robert Galloway (USA) um 0:30 Uhr MEZ in der 1573 Arena die zweitgesetzten Titelverteidiger Harri Heliövaara (Finnland) und Henry Patten (Großbritannien) fordert. Um nicht vor 2:00 Uhr MEZ auf Court 7 trifft dann der Wiener Oberleitner bei seinem Grand-Slam-Debüt mit Narayanaswamy Sriram Balaji (Indien) auf die French-Open-Gewinner des Jahres 2024, die viertgelisteten Marcelo Arevalo (El Salvador) und Mate Pavić (Kroatien).